Archiv für November 2005

In den Innenstädten entstehen immer mehr Kaffee-Bars wie Star Bucks, Coffee Balzac etc. (neudeutsch “Coffee Shop” oder „Coffee House“) statt traditioneller Cafes, so dass das Bestellen eines koffeinhaltigen Heißgetränks fast zu einer internationalen Herausforderung wird. Ich persönlich gehöre ja der Generation an, die unter “Coffee Shop” und “Vanilla Latte” was anderes versteht.

Von wegen Pappbecher, Tazo Chai-Tea Latte, Frappuccino® Ice Blended Beverages, Zimt-, Caramel-, Schoko- oder Vanille-Aromen und “Grande triple shot…“. Das ist Zeitgeist und hat mit wahrer Kaffeekultur nichts zu tun. Wir wollen hier (insbesondere der Jugend) eine Orientierung geben.

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Die Wirkung der Kaffeebohne wurde einst von abessinischen (Hochland von Äthiopien) Hirten in den Bergwäldern des alten Königreichs Kaffa entdeckt, deren Ziegen nach übermäßigem Genuss nächtelang munter blieben. Alsbald wurden die grünen Bohnen auch von den Nomaden selbst gekaut.

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Sehr schöne Tradition:
Cafe Sospeso (ital.: „Aufgehobener“): Ein Espresso für einen guten Zweck - „C´e un Sospeso?“ hört man es täglich in den Kaffeebars von Neapel rufen. Das bedeutet „Gibt es einen Aufgehobenen?“ und liegt begründet in einer alten neapolitanischen Tradition des Helfens.

Das Prinzip: Hatte man einen schönen Tag, ist ein gutes Geschäft gelungen oder man möchte einfach einen sozialen Beitrag leisten, bestellt man einen „Sospeso“. Das heißt, man trinkt einen Espresso und bezahlt zwei. Kommt dann jemand vorbei, der sich aufgrund seiner Armut keinen Espresso leisten kann, fragt dieser nach dem „Aufgehobenen“ und kann ihn kostenlos trinken. So können auch Menschen, denen es schlecht geht, am sozialen Leben teilhaben.

In Italien legt die jeweilige Kommune den Maximalpreis eines Espresso an der Bar (”Al banco”, also im Stehen) fest. Erst wenn man seinen Espresso im Sitzen einnimmt, kommt eine Servicegebühr hinzu.

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Prima - die Bahn beglückt in ihrer Kundenzeitschrift (mobil 11.2005) die Espressofreunde mit einem kleinen special:

Die Krönung ist die Crema

Lesenswert: Wenn der Espresso nicht gelingt

Schmeckt bitter: zu hohe Brühtemperatur +++ Kaffee zu fein gemahlen +++ zu lange durchgelaufen

Schmeckt sauer: zu saures Wasser (weit unter ph 7) +++ zu lange gestanden +++ zu niedrige Brühtemperatur +++ Kaffee zu grob gemahlen

Fremdgeschmack: stark gechlortes Wasser +++ schlechte Bohnenqualität (Stinkebohne) +++ Maschine verschmutzt +++ Kaffee zu alt

Zu wenig Aroma: Dosierung zu niedrig +++ Kaffee zu alt +++ falsche Verpackung oder Lagerung +++ Kaffee zu grob gemahlen +++ zu viel Wasser

Zu wenig Schaum (Crema): Kaffee zu alt +++ zu fein gemahlen +++ Maschine verunreinigt (Öle) +++ Tasse fettig

Zu dunkle Crema: Brühtemperatur zu hoch +++ Kaffee zu fein gemahlen

Zu helle Crema: Kaffee zu alt +++ Brühtemperatur zu niedrig +++ Kaffee zu grob gemahlen

Crema löst sich zu schnell auf: Tasse kalt oder viel zu heiss +++ Wasserdruck (bei Maschinen) zu niedrig

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Latte macchiato (italienisch gefleckte Milch) ist ein beliebtes Heißgetränk aus Milch und Espresso, das dem Milchkaffee ähnelt, in der Regel aber mehr Milchanteil enthält. Darüber hinaus wird die LM meistens in geringeren Füllmengen als z.B. Milchkaffee angeboten. Ursprünglich wurde die LM in Italien für Kinder zubereitet, damit sie wie die Erwachsenen Kaffee trinken konnten, ohne zuviel Koffein einzunehmen.

Ein Latte Macchiato wird üblicherweise in einem hohen, schmalen dickwandigen Glas serviert und besteht aus 3 Schichten, die nicht ineinander verlaufen sollen. Als erstes wird die heiße, aufgeschäumte Milch in das Glas gegeben. Anschließend wird ein Espresso durch den Milchschaum hindurch eingegossen. Da die Milch eine höhere Dichte hat als der heiße Espresso, bleibt dieser über der Milch.

Latte Macchiato ist für Frauen geeignet, da diese Menschen statistisch gesehen eher wenig Kaffeegeschmack in Ihrem Heißgetränk haben wollen. Der Espresso-Guru meines Vertrauens (Inhaber des Eckcafes an der „Berliner Promenade“ in Saarbrücken) erzählte mir vor kurzem sogar, dass er jetzt „Latte Macchiato“ „Cafe Latte“, “Cappuccino” etc. mit einem anderen, milderen (Espresso-)Kaffee zubereitet als einen Espresso, da sich mehrere Frauen über den intensiven Espressogeschmack beschwert hätten.

Wir empfehlen also die Milch mit der Dampfdüse Ihrer Siebträgermaschine aufzuschäumen (nicht über 60 Grad, da der Schaum dann zu schnell zerfällt und man sich beim genüsslichen Trinken leicht verbrennt). Batteriebetriebene Schäumer, Schneebesen, Durchlaufschäumer (wie es sie oft bei Vollautomaten gibt) sind da eher ungeeignet. Auch sollte man es bei der Höhe der Schaumhaube nicht zu italienisch werden lassen; der/die Eine oder Andere möchte vielleicht etwas Zucker einarbeiten und möglicherweise sogar umrühren.

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Das Leben ist kein Ponyhof.
Das Leben ist kein Excel-Sheet.
Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Das Leben ist keine Ausnahmesituation.

Fortsetzung folgt!

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Deutschland ein Paradies für Arbeitnehmer und Arbeitgeber! Prof. Götz W. Werner gründete dm und begründet nun hoffentlich eine Diskussion zu Vermögen, Reichtum und Teilhabe: Seine Idee: bedingungsloses Grundeinkommen:

“Das bedingungslose Grundeinkommen bedeute nichts anderes als “echte soziale Marktwirtschaft”. Jeder Deutsche bekäme demnach vom Staat ein an keinerlei Bedingung geknüpftes monatliches Einkommen - egal, ob Hartz-IV-Empfänger oder Multimillionär. Damit würden die Lebenshaltungskosten gedeckt, von Krankenversicherung über Miete bis hin zu Lebensmitteln.

Konsum- statt Mehrwertsteuer
Wer darüber hinaus arbeiten geht, soll selbstverständlich dafür von seinem Arbeitgeber zusätzlich entlohnt werden. Eine Steuererklärung soll nach dem Willen von Professor Werner, der das Institut für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe leitet, aber trotzdem niemand mehr ausfüllen müssen: “Alle Abgaben sind in der ‘Konsumsteuer’ enthalten”, sagt er. Schätzungsweise 50 Prozent Aufschlag auf den Kaufpreis würde diese Steuer ausmachen. Wer viel kauft, zahlt mehr Steuern, wer weniger konsumiert, führt beim Kauf entsprechend geringere Abgaben ab.”

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Die politischen Nachbeben der Rückzugserklärung des SPD-Vorsitzenden Müntefering bringen das gesamte Koalitionsgebäude ins Wanken: CSU-Chef Edmund Stoiber erklärte sich heute solidarisch mit Müntefering und warf auch hin - allerdings nicht den Parteivorsitz, sondern sein Ministeramt. Statt Wirtschaftsminister zu werden, will er doch lieber in Bayern bleiben. Nun macht also auch Stoiber den Lafontaine. Dass ein Konservativer, der Patriotismus stets als politische Triebfeder seines Handelns darstellte, sich angesichts wachsender Probleme aus dem Staub macht, anstatt sie anzupacken, ist eine kulturpolitische Zäsur ersten Ranges.

In den vergangenen 24 Stunden hätte die Bereitschaft zur Staatsraison angesichts der Katastrophe um Franz Müntefering beim restlichen Bedienungspersonal der Republik eigentlich wachsen müssen. Stattdessen geschieht das Gegenteil, Schillers Glocke läutet Sturm: Kinder jammern, Mütter irren, Tiere wimmern, Unter Trümmern, alles rennet, rettet, flüchtet, Taghell ist die Nacht gelichtet.

aus Spiegel online

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