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Der Beitrag fehlt seit Monaten: “Kapitalismus reloaded”, das neue Buch von Michael Best, erschienen Ende September 2009 im FAZ-Verlag rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse. Eine echte Empfehlung: Sehr gut lesbar und kenntnisreich, präzise und umfassend, fokussiert dabei auf Finanzen und Wirtschaft, weder eingebildet noch geblendet von aktuellen Problemen, gestrigen Versprechungen oder sozialromantischen Hoffnungen, frei von globalistischem Überschwang und ohne protektionistisches Fieber.

Michael Best, studierter und diplomierter Wirtschaftswissenschaftler, gelernter Journalist, Leiter des ARD-Börsenstudios erfüllt sich und jedem Leser einen Wunsch: Er analysiert das Finanzbeben der beiden letzten Jahre mit Sachverstand, Überblick, Augenmaß. Er beginnt das Vorwort mit einer klaren und persönlichen Position:

“Ich finde, es hat keinen Sinn, wenn wir uns nach dem Debakel an den Finanzmärkten mit Abscheu und Empörung vom Kapitalismus abwenden. Wir sollten lernen, ihn besser zu verstehen und verantwortlicher mit ihm umzugehen. Wie Kapitalismus und Kapitalmärkte der Zukunft aussehen werden, ob sie uns dienen oder ob sie uns gefährden, das liegt ganz bei uns.” (S. 7)

Und endet mit einem verständlichen Plädoyer:
“Wir müssen eine neue Balance finden zwischen materiellen und sozialen Zielen, das gilt nicht allein für Führungskräfte. Freiheit muss mit Rücksicht auf die Gemeinschaft genossen werden. Freie Märkte sollten nicht nur als Garant bürgerlicher und politischer Freiheiten dienen, sie sollten auch den sozialen Zusammenhalt verbessern. Auf freien Märkten müssen viele ihre Chance finden, freie Märkte müssen Wohlstand schaffen für die ganze Menschheit und für künftige Generationen. Der Kapitalismus ist eine von Menschen für Menschen geschaffene Wirtschaftsordnung. Welches Antlitz er uns zeigt, können wir selbst entscheiden.” (S. 221)

Michael Best, Jahrgang 1956, ist in Saarbrücken geboren und studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes. Sympathisch in “Kapitalismus reloaded” - neben Sprachfluss und Wortwahl - ist, dass Best mehr vorlegt als ein journalistisches Buchprojekt, dass er aber auch nicht den Weltökonomen gibt, dessen Stunde nun geschlagen hat. Best ist kein Wirtschaftsbesserwisser, sondern ein kenntnis- und faktenreicher Kopf und als Autor eine Freude, der die Luft aus verbalen Finanzblasen lässt, Himmelsstürmerei vermeidet und ernsthaft ist. Die Konsumenten müssen sich intensiver mit dem Finanzmarkt beschäftigen; die Aufsicht muss sich durch Intelligenz Respekt verschaffen und Gier ist zwar natürlich, braucht aber eben gerade deshalb kulturelle Handschellen.

Nach der Lektüre ist man schlauer, nachdenklicher, urteilsfähiger, realistischer. Intuitiv wünscht man Michael Bests “Kapitalismus reloaded” möglichst viele Leser, denn Wirtschaft wird weiter den Weltwohlstand befördern und Wissen kommt vor Verständnis.

“Mit dem Kredit ist es wie mit dem Rotwein”, schreibt Michael Best am 29.09. im manager magazin.

hrOnline.de hat Michael Best interviewt, 15.09.09.

Das Buch ist aktuell - aber manches geschah nach der Veröffentlichung. Z.B. tagten die G20 in Pittsburgh und einigten sich auf ein Bündel von Maßnahmen im Leaders’ Statement: The Pittsburgh Summit, 24.-25. September 2009. Mittlerweile scheint auch eine weitere Einigung erzielt: die Bundesbank erhält Bankenaufsicht in Deutschland und wird diese Aufgabe von der BaFin übernehmen.

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Knapp 20 Jahre nach dem Mauerfall feiert Deutschland 2009 den Tag der Einheit am 2./3. Oktober in Saarbrücken - Steamtalks feiert mit - auch das DFKI ist an mehreren Orten vertreten. Das Programm ist umfangreich, alle Bundesländer sind dabei.

Im Saarlandzelt “Wirtschaft, Innovation, Wissenschaft” (Bahnhofstraße zwischen Saturn und Starbucks) werden Lösungen, Chancen, Perspektiven präsentiert. Auf der Ideen-Bühne spreche ich mit Gästen, Ausstellern und Passanten (Programm, Fr. 2.10., 15:00 - 21:00; Sa., 3.10., 12:00 - 21:00 Uhr).

Informationen rund um das Ereignis: Überblick im “Einheitsportal”

Eingerichtet wurde auch ein offizieller Twitteraccount.
Die Staatskanzlei des Saarlandes hat sogar einen offiziellen Hashtag kommuniziert: #TDDE09

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Die Amerikaner versuchen, ihre Banken und ihre Wirtschaft zu retten und investieren relevant - allerdings gedeckelt. Hyperkapitalismus wird öffentlicher Dienst. Das liest sich ziemlich beeindruckend:

“The Secretary’s authority to purchase mortgage-related assets under this Act shall be limited to $700,000,000,000 outstanding at any one time” (Der Text beim Wall Street Journal zusammen mit einer sehr ausführlichen Diskussion.)

Vielleicht aber auch macht der amerikanische Staat rückblickend das Geschäft des Jahrzehnts. Immerhin ist die US-Regierung bereit, das doppelte des jährlichen deutschen Bundeshaushaltes aufzubringen. Vielleicht stellt sich noch heraus, dass die Schrottimmobilien von heute die Goldgruben von morgen sind.

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