Sanifair - das erfrischend andere WC auf der Autobahn.
Ich mag es, das neue Raststättenpinkelkonzept des Unternehmens Sanifair! Schon immer hatte ich keine Lust, nachdem ich an den neuen Raststätten-Coffee-Bars von Segafredo oder Lavazza einen schludrig zubereiteten Espresso für 1,95 Euro getrunken und/oder gar bei der Pastaschnellstation von Barilla eine mittlere Portion Penne Arrabiata für 7,90 Euro (”bitte noch etwas mehr Parmesan…”) konsumiert hatte, für’s pinkeln zu bezahlen. Schließlich erwarte ich, dass eine gastronomische Einrichtung selbstverständlich auch sanitäre Anlagen vorhält.

Anders verhält es sich bei den Bussen voller Handballdamen aus der Provinz, Kaffee- und Butterfahrern, Kegelclubs und Billigstädtereisender mit kleinen Kindern im wickelfähigen Alter. Die sollten bitteschön für die reine Nutzung der sanitären Anlagen (ohne Konsum in Shop, Restaurant oder Kaffeebar) etwas bezahlen; schließlich sind Raststättentoiletten keine Wohlfahrtseinrichtungen.

In diesem sicheren Wissen, zahle ich also, weil ich immer einen Espresso trinke, nichts für die Toilettenbenutzung auf Raststätten. Früher habe ich das osteuropäische Personal beim Eintritt ins Sanitärparadies freundlich gegrüßt. Nachdem ich aber feststellte, dass mein “Auf Wiedersehen” beim Verlassen der Toiletten ohne Trinkgeldgabe nie erwidert wurde, habe ich vor ca. 5 Monaten die Begrüßung kategorisch eingestellt.

Sanifair nun ist die Lösung. Das Konzept sieht vor, dass man beim Eintritt in die Toiletten 50 Cent bezahlt und dafür ein Piss-Voucher erhält, das man nach dem Urinalgang mit dem Espresso verrechnen kann. Ich also prima einen Espresso getrunken und bezahlt, auf Toilette gegangen und anschließend wieder mit meinem Piss-Voucher an der Theke der Espressobar vorstellig geworden, wo mir die Koffeinfachkraft zu verstehen geben wollte, dass ich vor dem Espresso hätte pinkeln sollen. Jetzt könne sie den Sanifair-Gutschein leider nicht mehr annehmen. Meiner Frage, ob sie mir etwa vorschreiben wolle, ob ich vor oder nach dem Espresso pinkeln muss, wich sie geschickt aus. Ich setzte mich in meinen Wagen und fuhr ohne nochmal anzuhalten nach Hause.

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9 Antworten zu “Pay for Piss”
  1. Pay for Piss « Glück auf! - Andreas sein Weblog sagt:

    […] Kollege Chrisfried regt sich drüben bei den Steamtalkern über die Pay for Piss Policy an deutschen Autobahnraststätten auf. Zu Recht! Autobahn […]

  2. Helmut sagt:

    Was ist mit dem Kack-Voucher und dem Kotz-Voucher? Sind sie schon eingeführt? Welches darf/kann ich vor-und-oder nach dem Genuss von Lebensmitteln der Raststätte einsetzen/hinsetzen etc. ? Aufklärung täte mir gut.

  3. Evilism[DOT]com » Blog Archiv » Testbeitrag sagt:

    […] Muh. […]

  4. Kruse sagt:

    Sehr geehrter Herr Christfried, ich darf auf die deutsche Sprache verweisen, in der es die gängige Redewendung “die Notdurft verrichten” gibt. Also: Geld für etwas zu bezahlen, dem ich nicht ausweichen kann, halte ich für eine übelste Unverschämtheit. Ich muß mal pinkeln. Nicht: ich würde gern oder es wäre doch nett. Nein, ich muß. Den abzockegeschwängerten Deutschen, die aus Sch. Geld machen wollen, sei ein Hinweis auf Australien gegeben. Dort findet man überall wo viele Menschen sind (Strand) öffentliche, saubere und (Achtung) kostenlose Toiletten. Und wenn man beim Einkaufen in ein Restaurant gehen muß, dann wird man freundlich auf den Ort der Tat hingewisen, ganz selbstverständlich., weil eben Notdurft. Ich hoffe, lieber Herr Christfried, daß sie Kinder haben werden oder haben, die in die Hose gesch. haben, es in ihrem Auto dann furchtbar stinken wird und sie für Windeln wechseln, dann eine Tiolette benutzen dürfen. Wie wäre es mit 5 € pro Windeln wechseln.
    Freundlichst Herr Kruse

  5. Chrisfried sagt:

    Bist du sicher, dass du den Post verstanden hast, Kruse?

  6. Chrisfried sagt:

    @ Kruse

    Ich verstehe nicht, dass Leute mit Kindern (ich bin übrigens selbst Vater) immer glauben, irgent Jemand müsse sie unterstützen. Natürlich freut man sich, wenn an/in öffentlichen Plätzen oder Einrichtungen kostenlose Toiletten zur Verfügung stehen. Aber: wo ist bei einer Raststätte, die privat betrieben wird das öffentliche Moment? Wieso sollte eine private Raststätte den täglich tausenden von Toilettenbesuchern irgentetwas kostenlos zur Verfügung stellen?

    Genau so unmöglich ist es, den Raststättenkunden, die für eine Cola light, eine Frikadelle mit Pommes und etwas Salat 16,50 Euro bezahlen, noch zusätzlich geld für’s Pinkeln abzunehmen.

    Wie gesagt, sanifair ist soweit eine gute Lösung, solange man zu jeder Zeit den Voucher gegen Bargeld einlösen kann.

    Lieber Kruse, Kinder sind Privatsache und ein Glück, keine Behinderung!

  7. Agatha sagt:

    It’s great to read something that’s both enjoyable and provides pramtgaisdc solutions.

  8. furniture jepara sagt:

    furniture jepara…

    Digitale Bourgeoisie » Pay for Piss…

  9. publihandmade.it sagt:

    There’s definately a great deal to know about this issue.

    I like all of the points you made.

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